Museen Weißenburg

Jupitergigantensäulen

Als 1987/88 der heutige Thermenparkplatz archäologisch untersucht wurde, fanden die Ausgräber nicht nur die Befunde mehrerer Streifenhäuser unterschiedlichster Bauphasen, sondern auch insgesamt 5 Brunnen. Einer davon hatte es wortwörtlich in sich: Brunnen 646 mit einer erhaltenen Tiefe von 6,70 m. Das Fundmaterial ist im Vergleich zu den anderen Brunnen eher gering. Dendrochronologisch konnte die Verfüllung an das Ende der Besiedlung Biricianas, also um oder kurz nach 253/254 datiert werden. Das Füllmaterial, also die Sachen die beim vermeintlichen „Aufräumen“ in den Brunnen geworfen wurden, bestand neben Keramik- und Glasscherben sowie Architekturresten aus zwei, vermutlich im Kampf beschädigter Schildbuckel und den zertrümmerten, jedoch nicht vollständigen Resten von mindestens zwei Iupitergigantensäulen.
Iupitergigantensäulen sind immer ähnlich aufgebaut: Den Sockel der zwischen 4 und 9 m hohen Säule bildet ein Viergötterstein, darüber folgt ein Wochengötterstein und eine meist mit Schuppen dekorierte Steinsäule. Bekrönt wird sie von einem reitenden (oder thronenden) Jupiter, der einen meist schlangenförmigen Giganten niederreitet.
Hauptsächlich sind sie aus Ober- und Niedergermanien, Gallien und Britannien bekannt. Biriciana stellt den südöstlichsten Fundort dar. Aber nicht nur das, zusammen mit einem Altfund von 1903 waren so mindestens drei Iupitergigantensäulen in Biriciana aufgestellt – wahrscheinlich im Bereich des heutigen Thermenparkplatzes.
Es scheint so, als ob neben dem keltiberischen Epona-Kult auch der des Iupiter Optimus Maximus – dem diese Säulen galten – nach Weißenburg importiert und rasch übernommen wurde.
Die Reiterfragmente und eine verkleinerte Rekonstruktion könnt ihr heute im RömerMuseum sehen.

Foto: Museen Weißenburg/H. Reger

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