Museen Weißenburg

Der vicus Biricianis

Heute möchten wir uns mit euch gerne etwas besser im vicus Biricianis, der zivilen Siedlung um das Reiterkastell, umsehen.
Bisher ging man immer davon aus, dass der vicus in etwa von den Bahngleisen im Osten, bis knapp hinter die Thermen im Westen reichte und im Süden nur leicht über die heutige Gunzenhausener Straße sprang – doch mit den Ergebnissen einer Grabung im letzten Jahr, hat sich dieses Bild zumindest für die südliche Ausdehnung deutlich geändert – doch dazu in einem späteren post mehr.
Durch die Grabungen von 1987/88 auf dem heutigen Thermenparkplatz und deren Auswertung im Rahmen einer Dissertation durch F. Kirch wissen wir heute mehr über das zivile Leben in Biriciana.
Die Geschichte des Kastellvicus beginnt kurz vor 100 n. Chr., als mit den Reitern der Ala I Hispanorum Auriana auch Händler, Wirte und Familienangehörige nach Biriciana kamen. Die neu entstandene Siedlung floriert recht schnell und wächst. Als um die Mitte des 2. Jhs die Truppe abgezogen wird, schwindet der Wohlstand deutlich. Nach der Rückkehr der Ala jedoch erholt sich die Siedlung schnell, wächst wieder und erreicht sogar einen gewissen Wohlstand, der vor allem am Bauboom zu erkennen war: die Grundstücke wurden größer und die Streifenhäuser aus Stein errichtet. Doch dann in der Mitte des 3. Jh. wird die Siedlung durch einfallende Germanen zerstört.
Auf dem Thermenparkplatz an der Gunzenhausener Straße könnt ihr heute noch gut die Streifenhäuser erkennen. Neben zwei Brunnen ist auch ein Keller konserviert – man übersieht ihn leicht, denn damals verliefen die Straßen und somit die Orientierung der Häuser komplett anders als heute.

Foto:Museen Weißenburg / M. Bloier

Diese Seite teilen

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung