Museen Weißenburg

Der Bataver-Weihestein - doppelt genutzt!

Heute sehen wir uns ein Objekt aus dem RömerMuseum etwas genauer an. Im zweiten Raum, der dem „Alltag der Soldaten“ gewidmet ist, findet ihr den Gelöbnisstein der cohors IX Batavorum aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts.
Der Stein besteht aus Kalkstein und ist 50 cm breit, 122 cm hoch und 35 cm tief. Er ist Jupiter Optimus Maximus im Rahmen des jährlichen Treuegelöbnisses der 9. Bataver Kohorte geweiht, das am 3. Januar auf dem campus (Truppenübungsplatz) stattfand.
Mehrere interessante Fakten machen den Weihestein außergewöhnlich: Die cohors IX Batavorum war vermutlich in Vindolanda (GB), Buridava (RU), Ruffenhofen und später in Passau stationiert. In Weißenburg war sie vermutlich nur kurz im Kastell „Auf der Breitung“ stationiert, als die Stammeinheit, die Ala I Hispanorum Auriana, andernorts eingesetzt wurde.
Wo der Weihestein ursprünglich aufgestellt war, wissen wir nicht, jedoch, dass er auf irgendwelchen Wegen in die St. Andreaskirche in Weißenburg kam und als Spolie verbaut wurde. Denn dort wurde er 1892 bei Restaurierungsarbeiten freigelegt und ins damalige Heimatmuseum transportiert.
Bei der Restaurierung kam dann ein weiteres Geheimnis zu Tage: die Rückseite war mit einer eingemeißelten Figur verziert. Betrachtet man diese genauer, handelt es sich um eine Madonnen-Figur mit Jesuskind! Wurde so der heidnische Stein für christliche Darstellungen umgenutzt?

Foto: Museen Weißenburg/M. Bloier

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