Museen Weißenburg

Das Nordtor des Kastells

Das Kastell Biriciana beherbergt das weit über Weißenburg hinaus bekannte nachgebaute Nordtor – die antike porta decumana.
Um 100 n. Chr. dehnte das Römische Reich seinen Einflussbereich über die Donau nach Norden hin aus. Zur Absicherung der neuen Gebiete entstand als Teil einer Kastellkette Biriciana. Eine Garnison für die etwa 400 bis 500 Mann starke Reitereinheit der Ala I Hispanorum Auriana.
Zunächst war das Kastell aus Holz erbaut und wurde in der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. durch ein leicht vergrößertes Steinkastell ersetzt. Vermutlich 253/54 n. Chr. wurden Kastell und Siedlung durch Germaneneinfälle zerstört und nicht wiederaufgebaut.
Von 1890-1914 fanden auf dem Kastellgelände systematische Ausgrabungen im Auftrag der Reichs-Limeskommission statt. 1977, 1980-83 und 1986/87 folgten weitere Grabungen, die viel über die Baugeschichte verrieten. 1991 entstand dann der Nachbau des Nordtores wie wir es heute kennen.
2013 kam dann die letzte Rekonstruktion hinzu, die dreistöckigen Tortürme. Warum sie sich so stark von den vorhergehenden Rekonstruktionen unterscheiden? Der Grund hierfür ist, dass sich auch das Wissen um die römische Baukunst im Lauf der Zeit verändert, so gab es nun Belege dafür, dass z.B. im Legionslager Regensburg die Tore und Türme dreigeschossig waren. Archäologie steht nie still und kann sich mit einem neuen Fund schlagartig verändern.

Foto: ArcTron

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