Museen Weißenburg

Das lateinische Alphabet...auf einem Ziegel?

Das alltägliche Leben der Soldaten, welche in Biriciana stationiert waren, wird im RömerMuseum gezeigt. Neben den militärischen Aufgaben waren diese den Großteil der Zeit mit dem Ausbau des Kastells oder Straßen beschäftigt. Andere kümmerten sich um die Versorgung und wieder andere wurden in der Verwaltung eingesetzt. Dafür war es wichtig, die lateinische Sprache zu beherrschen. Im Museum haben wir eine ganz besondere Schreibübung: Auf einem Ziegel, der 1903 auf dem Kastellgelände gefunden wurde, hatte jemand das komplette lateinische Alphabet eingeritzt. Allerdings ist die Reihenfolge nicht ganz korrekt…in der dritten Zeile ist das R vor das O gerutscht und auch das P könnte man als D, das Q könnte man fast als ein O lesen. Wenn man in den Zeilen 2 und 3 Wörter lesen möchte, dann würde dort hik Rodos stehen, welches der Anfang eines antiken Zitates ist. Der pseudoäsopische Sinnspruch „hic Rhodus: hic salta“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „jetzt musst du dich beweisen“ könnte also auf dem Tonziegel stehen. War hier also ein gebildeter Ziegelarbeiter am Werk?

Foto:Museen Weißenburg/L. Hegewald

(Wer dazu mehr erfahren möchte: G. E. Thüry, Bemerkungen zu einer Alphabetinschrift aus Weißenburg (Mittelfranken), BayVgBl 84, 2019, 243-246.)

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