Museen Weißenburg

Aureus

Oft kommt bei archäologischen Grabungen die Frage: „Habt ihr schon Gold gefunden?“ Und nicht selten ist die Antwort: „Nein, zum Glück!“
Mit Glück hat auch der heutige Fund zu tun. 2011 wurde beim Ausheben eines Loches im Garten eine römische Goldmünze gefunden, die 2012 dank Vermittlung und Ankauf durch die Sparkassenkulturstiftung Weißenburg dem RömerMuseum übergeben werden konnte.
Der Fund ist einmalig – gibt es doch außer dieser Münze nur eine einzige weitere römische Goldmünze aus der Region.
Es handelt sich um einen sogenannten aureus. Geprägt wurde er im ersten Regierungsjahr Kaiser Hadrians (117-138). Auf der Vorderseite ist Hadrian mit Lorbeerkranz zu sehen, auf der Rückseite Sol Oriens – eine Anspielung auf die Kämpfe seines Vorgängers gegen die Parther.
Unsere Münze war einige Zeit in Umlauf, bevor sie für längere Zeit im Boden lag. Abnutzungsspuren vom Gebrauch, eine Umarbeitung zu einem Anhänger und Abfeilungen zur Qualitätskontrolle haben ihr Ansehen etwas leiden lassen. Seit 2017 bildet sie den höchsten Wert bei den römischen Münzen im RömerMuseum.
Bestimmt fragt ihr euch, was man denn mit so einer Münze kaufen konnte, entsprach sie doch etwa einem 2-Monatsgehalt eines Reiters. Für so einen aureus konnte man etwa 100 Tage 1x gut speisen, 327,5l billigen Wein, 60g Zimt, vier Ferkel oder knapp 100kg gemahlenes Mehl kaufen.
Wer groß hinaus wollte benötigte etwa 400 aurei, um Gladiatorenspiele im Kolosseum zu veranstalten.

Foto:Museen Weißenburg/M. Bloier

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